Konzeption des Familien unterstützenden Dienstes (FuD)

Einführung

Die Lebenshilfe Springe e.V. wurde im Jahre 1962 von Eltern mit behinderten Angehörigen gegründet. Heute betreibt die Lebenshilfe Springe eine Tagesförderstätte mit 34 Plätzen und eine Wohnstätte mit 24 Plätzen. Darüber hinaus rundet der FuD die Betreuungsangebote für Menschen mit Behinderungen ab.

Sozialpolitischen Bestrebungen, zuletzt aufgebessert durch das Pflege-Neuausrichtungs-gesetz, betroffene Familien verstärkt zu unterstützen, werden von der Lebenshilfe Springe e.V. bereitwillig unterstützt.


Nutzer

Das Angebot des FuD richtet sich an Familien mit ihren zu Hause lebenden beeinträchtigten Angehörigen. Auftrag des FuD ist es, diese Familien in ihrem familiären Alltag zu unterstützen.

Die Entlastungs- und Unterstützungsangebote sind nicht nur auf die beeinträchtigte Person ausgerichtet, sondern sollen der gesamten Familie Freiräume zur Erholung schaffen. Damit wird allen Familienangehörigen die Möglichkeit zur Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben eingeräumt. Die Hilfen orientieren sich sowohl inhaltlich als auch zeitlich an den Wünschen und Bedürfnissen der Familien.

Der FuD will durch flexible und bedürfnisorientierte Hilfe dazu beitragen, dass die psychische und physische Belastung einer pflegenden Familie vermindert wird. So kann die häusliche Pflege bei Abwesenheit des pflegenden Angehörigen aufgrund von Krankheit oder Erholungsbedarf auch weiterhin sichergestellt werden. Zugleich sind wir bestrebt, Menschen mit Beeinträchtigung durch unsere Hilfen in die Lage zu versetzen, mehr Autonomie und Selbständigkeit zu erlangen. Hierzu gehört auch, dass wir den Ablösungsprozess von heranwachsenden Menschen mit Beeinträchtigung von ihren Eltern begleiten.


Standort

Die Tagesförderstätte befindet sich auf dem Bruche 4 in 31832 Springe, in einem Gebäude mit ca. 1.036m² Nutzfläche auf einem 6.000m² großen Grundstück. Umgeben wird das Gelände der Lebenshilfe von einem nahegelegenen Wald- und Wiesengebiet. Es bieten sich umfangreiche Möglichkeiten, mit den Betreuten die Natur zu erleben. Unserem Gelände schließt sich das Areal der Janusz-Korczak-Schule (Förderschule) auf dem Bruche 8 an. In unmittelbarer Nähe gibt es das Otto-Hahn Gymnasium sowie deren Kinderkrabbelgruppe. Auch ein Besuch des Wisentgeheges ist durch seine Lage in der unmittelbaren Nachbarschaft möglich. Das Hallenbad und eine Sportanlage sind nur wenige Meter von uns entfernt.

Angebot

Schulauffang- und Samstagsgruppe

Kinder der Janusz-Korczak-Schule, aus Integrationskindergärten und anderen Schulen aus dem Umkreis werden u.a. in unserer Schulauffang- und Samstaggruppe sowie der Ferienbetreuung betreut.

  • Die Schulauffanggruppe:findet Mittwoch und Donnerstag von 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr bzw. 18:00 Uhr statt. Die Betreuungszeit ist abhängig davon, ob der von uns gestellte Fahrdienst in Anspruch genommen wird.
  • Die Samstagsbetreuung findet jeden Samstag außerhalb der Schulferien von 09:30 Uhr bis 16:30 Uhr statt.

Frühstück und Mittagessen werden gestellt.


Angebot

Ferienbetreuung

Seit Jahren bietet der FuD eine Ferienbetreuung an. Diese Betreuung hat den Charakter von „Ferien vor Ort“ und findet

  • in der zweiten Osterferien Woche
  • in den letzten drei Sommerferien Wochen und
  • in der zweiten Herbstferien Woche statt.

Die Betreuung erfolgt von 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr in den Räumlichkeiten der Janusz-Korczak-Schule. Frühstück ist selbst mitzubringen, für ein gemeinsames Mittagessen ist gesorgt. Ein von uns gestellter Fahrdienst holt die Kinder von zu Hause ab und bringt sie nach der Betreuung auch wieder zurück. Eltern und Angehörigen steht somit mehr Zeit für private und berufliche Tätigkeiten zur Verfügung.


Angebot

Freizeitgruppe

Der FuD wendet sich aber auch an Betreute ab dem 17. Lebensjahr.

  • Für Jugendliche und Erwachsene mit Beeinträchtigung findet jeden Donnerstag von 19.30 Uhr bis 21:00 Uhr eine Freizeitgruppe statt.

Die Aktivitäten wechseln wöchentlich. Feste Bestandteile des Programms sind Bingo- und Discoabende. Es wird aber auch gebastelt, gespielt (am Tisch und in der großen Gruppe) und gebacken. Auch bei der Gestaltung der Aktivitäten der Freizeitgruppe stehen die Bedürfnisse und Interessen unserer Teilnehmer an erster Stelle. Das Programm wird gemeinsam gestaltet. Knabbereien und Getränke werden gestellt. Mindestens einmal pro Jahr findet darüber hinaus ein Ausflug statt. So wurden in der Vergangenheit schon der Dinopark oder das Mühlenmuseum besucht.


Arbeitsgrundlagen

Der FuD stellt ein niedrigschwelliges Angebot dar und vermittelt individuell abgestimmte und flexibel abrufbare Unterstützungen. Dabei versteht er sich als eine mobile, aufsuchende, gemeindenahe Dienstleistungsform. Der FuD orientiert sich mit seinen Angeboten an den konkreten Bedarfslagen der Familien. Dies bedeutet, dass auf die veränderten Bedürfnisse der Familien jederzeit reagiert werden kann. Die Angebote des FuD beinhalten also eine größtmögliche zeitliche, inhaltliche und räumliche Flexibilität. Durch die Beteiligung der Betroffenen gewährleistet der FuD das Wunsch- und Wahlrecht und bietet die notwendige Transparenz der Hilfen. Handlungsleitendes Prinzip in der Arbeit mit den betroffenen Familien und Personen ist die Normalisierung auf den Grundlagen einer ganzheitlichen und systemischen Betrachtungsweise. Einen weiteren wichtigen Grundsatz in der Arbeit des FuD bilden die entwicklungsorientierte Sichtweise und die Förderung der individuellen Ressourcen jedes einzelnen Menschen, unabhängig von der Art und Schwere seiner Beeinträchtigung. Assistenz, Förderung und Hilfe zur Selbsthilfe stellen wichtige Prinzipien des pädagogischen Handelns unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar, um die Selbstbestimmung und Selbständigkeit von Menschen mit oder ohne Beeinträchtigung und ihrer Angehörigen zu unterstützen und zu erhalten.

Organisationsstruktur

Der FuD verfügt über ein zweiköpfiges, hauptamtliches Team bestehend aus einem Heilerzieher und einer Lehramtsstudentin. Anteilig wird das Team unterstützt von der Fachdienstleitung der Tagesförderstätte, einer Erzieherin mit einer zusätzlichen zweijährigen pädagogischen Ausbildung für Einrichtungen mit beeinträchtigten Menschen.

Der FuD ist in der Regel zu den folgenden festen Bürozeiten zu erreichen:

  • Dienstags von 08:00 Uhr bis 15:30 Uhr
  • Mittwochs von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr
  • Donnerstags von 11:30 Uhr bis 14:00 Uhr
  • Freitags von 08:00 Uhr bis 13:30 Uhr

Die Beratung der Familien und Fallbesprechungen können sowohl in den barrierefreien Räumlichkeiten des FuD, wie auch bei den Familien selbst stattfinden. Die individuelle Betreuung der Menschen mit oder ohne Beeinträchtigung in den Familien findet durch ca. 15 ehrenamtlich oder geringfügig beschäftigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des FuD statt. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zum Teil Studierende oder befinden sich in der Ausbildung zum Heilerziehungspfleger oder Erzieher. Zusätzlich stehen dem FuD auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit abgeschlossenen Berufsausbildungen im pflegerischen oder sozialen Bereich zur Verfügung. Eine umfassende fachliche Anleitung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird durch die Leitung des FuD sichergestellt. Darüber hinaus besteht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit zur Teilnahme an Dienst- und Fallbesprechungen, aber auch an thematischen Schulungen und Fortbildungen.

Je nach Art und Umfang der geforderten Betreuungszeit arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter allein oder in einem Team. Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird eine hohe zeitliche Flexibilität erwartet, um eine größtmögliche Orientierung an den Bedürfnissen der Familien zu erreichen. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind über die Diensthaftpflicht- und Unfallversicherung der Lebenshilfe versichert.

Die Tätigkeiten der nebenamtlich und geringfügig beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfassen unter anderem:


Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Im Bereich Förderung / Assistenz

  • Spiel- und Kreativangebote nach Neigung des Menschen mit oder ohne Beeinträchtigung
  • Unterstützung bei der Sprach- und Kommunikationsentwicklung
  • Begleitung zu örtlichen Gruppenaktivitäten zur Freizeitgestaltung
  • Unterstützung der Bewegungsentwicklung und der Körperwahrnehmung durch geeignete Angebote
  • Fortführung von elterlichen Erziehungsansätzen
  • Förderung der Selbständigkeit des beeinträchtigten Menschen im lebenspraktischen, sozialen und kulturellen Bereich
  • Motivierung und Begleitung zu außerhäuslichen Aktivitäten, die dem Alter und den Interessen des Menschen entsprechen
  • Förderung der Entwicklung eines individuellen Lebensstils des Menschen mit Beeinträchtigung
  • Förderung der sozialen Beziehungen des Menschen mit Beeinträchtigung in Nachbarschaft und Gemeinwesen

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Im Bereich der Versorgung, Pflege und Hauswirtschaft

  • Hilfen bei der Basisversorgung
  • Gabe von Medikamenten auf Anweisung der Sorgeberechtigten und ärztlicher Bescheinigung
  • Hilfen bei der Mobilität
  • Hilfen in der alltäglichen Lebensführung

Der FuD erwartet von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Menschenbild, um die jeweilige besondere Situation der Familie und des beeinträchtigten Familienmitgliedes anzunehmen, damit für alle beteiligten Personen eine größtmögliche Lebensqualität hergestellt bzw. erhalten werden kann.

Das Angebot einer Ferienbetreuung hat sich aus den Wünschen und Anregungen Betreuter und Angehöriger entwickelt. Bevor die Ferienbetreuung startet, werden die Teammitglieder im Rahmen einer Schulung auf die anstehenden Aufgaben vorbereitet. Hier besteht die Möglichkeit, dass die Teilnehmer, zunächst anhand eines Fragebogens, vorgestellt werden. Das Team lernt sich ebenfalls kennen.
Die Schulung ist ein verbindliches Vortreffen; Schwerpunkthemen des Treffens sind:

  • Vorstellung und Einteilung der Bezugsbetreuung,
  • Tagesstruktur und -planungen,
  • Einteilung der Busse,
  • Ausflugsideen,
  • rechtliche Grundlagen und Finanzierung der Angebote

Abrechnung

Der FuD hat die Möglichkeit, seine Leistungen mit folgenden Kostenträgern abzurechnen:

  • Pflegekassen (Verhinderungspflege gem. § 39 SGB XI)
  • niedrigschwellige Betreuungsangebote gem. 45 b SGB XI
  • Sozialamt (Eingliederungshilfe gem. §§ 53,54 SGB XII / auch als persönliches Budget)

Der Stundensatz für die Leistungen des FuD richtet sich nach Art, Umfang und Dauer des Angebots.


Ausblick

Im Rahmen der Sozialgesetzgebung ist die Lebenshilfe Springe e.V. stets bestrebt, ihre Leistungen den sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen anzupassen und die Angebote des FuD entsprechend auszurichten.

Auch für Budgetnehmer ist die Lebenshilfe Springe e.V. ein verlässlicher und kompetenter Dienstleister.

Anmerkungen

Aufgrund der besseren Lesbarkeit wurde im vorliegenden Text
nur die männliche Form gewählt. Dieses stellt keine Wertung dar.


Springe, den 17.03.2017

Ihr Ansprechpartner:


Kontakt

Herr Dirk Fesel

Leitung FuD / Offene Hilfen
 

Telefon: 05041 / 77 672 300
 

 
 
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Unsere Küche ist zertifiziert:


Unsere Küche ist mit 3 Kesseln ausgezeichnet und zertifiziert
    
 

Aktuelles und Termine:


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